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Leistungsumfang einer Netzstudie
Die Aufgabe einer Netzstudie besteht generell in der
Analyse des Netzes hinsichtlich des Lastflusses, der
Kurzschlussfestigkeit und der Selektivität. Das Ergebnis dieser
Analyse beinhaltet die Festlegung der Netztopologie, die Bestimmung
der allgemeinen Betriebszustände, die Überprüfung der
Dimensionierung der Netzelemente und der Schutzgeräteeinstellungen
des Netzes.
Analysieren
Die Analyse besteht aus folgenden Schritten:
- Zusammenstellung der erforderlichen Netzdaten
- Lastflussberechnung für verschiedene Netzkonstellationen und
Lastzustände mit Überprüfung des Belastungsvermögens der
Netzzweige und des Spannungsniveaus der Netzknoten
- Berechnung der min. und max. Fehlerströme bei Kurzschluss und
Erdschluss bei verschiedenen Netzkonstellationen
- Überprüfung und ggf. Verbesserung der Netzdimensionierung und
dessen Elemente
- Überprüfung der Selektivität
- Festlegung/Verbesserung des Schutzkonzepts
Interpretieren
Folgende Punkte der Lastflussberechnung werden bei jeder
Netzstudie durchgeführt:
- Unzulässige Abweichungen der berechneten Knotenspannungen von
den Nennspannungen
- Unzulässige Abweichungen der berechneten Zweigströme von den
Nennströmen
- Max. Betriebsströme, Gesamtverluste, Verteilung der
Blindleistung
Anhand der Lastflussstudie sind außerdem Aussagen über die
Effektivität des Netzes möglich.
Kurzschlussströme werden nach IEC 909 bzw. nach DIN VDE 0102
berechnet. Folgende Kurzschlussarten werden dabei
berücksichtigt:
- dreipoliger Kurzschluss als maximaler Kurzschluss 3 Pmax
- zweipoliger Kurzschluss als minimaler Kurzschluss 2 Pmin
- einpoliger Kurzschluss als maximaler Erdschluss 1 Pmax
- einpoliger Kurzschluss als maximaler Erdschluss 1 Pmax
Der maximale Kurzschlussstrom bestimmt die Auswahl und
Dimensionierung der elektrischen Betriebsmittel und Einrichtungen
hinsichtlich mechanischer und thermischer Festigkeit. Der minimale
Kurzschlussstrom bildet die Grundlage für die Auswahl und
Ansprechsicherheit der Schutzeinrichtungen.
Optimieren
Analyse ist das Eine - was man daraus macht, ist
jedoch das Entscheidende!
Die SEG als Systemanbieter lässt Sie mit den Ergebnissen aus
der Studie nicht allein. Gemeinsam mit Ihnen suchen wir nach
Schwächen und Verbesserungspotential und erarbeiten ein für Sie
maßgeschneidertes Paket, um Ihre Wünsche und Ihren Bedarf
abzudecken. Ihr Vorteil dabei: Bei uns erhalten Sie alles aus einer
Hand – ob Schutzgeräteentwicklung, LV-Fertigung oder die komplette
mechanische Konstruktion, alles wird von unseren hauseigenen
Fachabteilungen geplant, koordiniert und sofort in die Tat
umgesetzt. Mit Hilfe unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der
Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung bringen wir Sie so
Schritt für Schritt von einem Problem zu einer Lösung!
Einige Basisdaten zum Thema Netzstudien bei SEG:
Die computergestützten Berechnungen werden mit dem Programm NEPS-W
durchgeführt. Der Hersteller ist die Firma DigSILENT GmbH, die mit
diesem Programm seit mehr als 10 Jahren am Markt etabliert ist. Die
SEG setzt das Programm fast ebenso lange erfolgreich ein. Die
Programmkapazität erlaubt Berechnungen für Netze mit max. 10.000
Betriebsmitteln. Grundsätzlich können Drehstromnetze für Spannungen
von 110V bis 400kV mit Frequenzen von 50Hz und 60Hz berechnet
werden. Bei allen Berechnungen können unterschiedliche Betriebs-,
Last- und Schaltzustände simuliert werden. Alle Ergebnisse sind als
Ausdruck in Listenform verfügbar. Die wichtigsten Ergebnisse werden
direkt in die Netzgrafik eingeblendet. Überschreitungen der
vorgewählten Grenzwerte bei den Betriebsmitteln werden dabei
deutlich kenntlich gemacht.