Netzstudien

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Leistungsumfang einer Netzstudie
Die Aufgabe einer Netzstudie besteht generell in der Analyse des Netzes hinsichtlich des Lastflusses, der Kurzschlussfestigkeit und der Selektivität. Das Ergebnis dieser Analyse beinhaltet die Festlegung der Netztopologie, die Bestimmung der allgemeinen Betriebszustände, die Überprüfung der Dimensionierung der Netzelemente und der Schutzgeräteeinstellungen des Netzes.

Analysieren
Die Analyse besteht aus folgenden Schritten:

  1. Zusammenstellung der erforderlichen Netzdaten
  2. Lastflussberechnung für verschiedene Netzkonstellationen und Lastzustände mit Überprüfung des Belastungsvermögens der Netzzweige und des Spannungsniveaus der Netzknoten
  3. Berechnung der min. und max. Fehlerströme bei Kurzschluss und Erdschluss bei verschiedenen Netzkonstellationen
  4. Überprüfung und ggf. Verbesserung der Netzdimensionierung und dessen Elemente
  5. Überprüfung der Selektivität
  6. Festlegung/Verbesserung des Schutzkonzepts

Interpretieren
Folgende Punkte der Lastflussberechnung werden bei jeder Netzstudie durchgeführt:

  • Unzulässige Abweichungen der berechneten Knotenspannungen von den Nennspannungen
  • Unzulässige Abweichungen der berechneten Zweigströme von den Nennströmen
  • Max. Betriebsströme, Gesamtverluste, Verteilung der Blindleistung

Anhand der Lastflussstudie sind außerdem Aussagen über die Effektivität des Netzes möglich.

Kurzschlussströme werden nach IEC 909 bzw. nach DIN VDE 0102 berechnet. Folgende Kurzschlussarten werden dabei berücksichtigt:

  • dreipoliger Kurzschluss als maximaler Kurzschluss 3 Pmax
  • zweipoliger Kurzschluss als minimaler Kurzschluss 2 Pmin
  • einpoliger Kurzschluss als maximaler Erdschluss 1 Pmax
  • einpoliger Kurzschluss als maximaler Erdschluss 1 Pmax

Der maximale Kurzschlussstrom bestimmt die Auswahl und Dimensionierung der elektrischen Betriebsmittel und Einrichtungen hinsichtlich mechanischer und thermischer Festigkeit. Der minimale Kurzschlussstrom bildet die Grundlage für die Auswahl und Ansprechsicherheit der Schutzeinrichtungen.

Optimieren
Analyse ist das Eine - was man daraus macht, ist jedoch das Entscheidende!
Die SEG als Systemanbieter lässt Sie mit den Ergebnissen aus der Studie nicht allein. Gemeinsam mit Ihnen suchen wir nach Schwächen und Verbesserungspotential und erarbeiten ein für Sie maßgeschneidertes Paket, um Ihre Wünsche und Ihren Bedarf abzudecken. Ihr Vorteil dabei: Bei uns erhalten Sie alles aus einer Hand – ob Schutzgeräteentwicklung, LV-Fertigung oder die komplette mechanische Konstruktion, alles wird von unseren hauseigenen Fachabteilungen geplant, koordiniert und sofort in die Tat umgesetzt. Mit Hilfe unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung bringen wir Sie so Schritt für Schritt von einem Problem zu einer Lösung!

Einige Basisdaten zum Thema Netzstudien bei SEG:
Die computergestützten Berechnungen werden mit dem Programm NEPS-W durchgeführt. Der Hersteller ist die Firma DigSILENT GmbH, die mit diesem Programm seit mehr als 10 Jahren am Markt etabliert ist. Die SEG setzt das Programm fast ebenso lange erfolgreich ein. Die Programmkapazität erlaubt Berechnungen für Netze mit max. 10.000 Betriebsmitteln. Grundsätzlich können Drehstromnetze für Spannungen von 110V bis 400kV mit Frequenzen von 50Hz und 60Hz berechnet werden. Bei allen Berechnungen können unterschiedliche Betriebs-, Last- und Schaltzustände simuliert werden. Alle Ergebnisse sind als Ausdruck in Listenform verfügbar. Die wichtigsten Ergebnisse werden direkt in die Netzgrafik eingeblendet. Überschreitungen der vorgewählten Grenzwerte bei den Betriebsmitteln werden dabei deutlich kenntlich gemacht.